Neigung zum Verrat

Neigung zum Verrat

er erste Eindruck ist manchmal zutreffender als er scheint, zumindest wenn es um die Tendenz zur Untreue geht. Zu diesem Schluss kommt eine Gruppe britischer Wissenschaftler, die ihre Ergebnisse auf der Website der Royal Society Open Science veröffentlicht hat.

Leicht zu entziffern

An der Studie nahmen 1.516 Erwachsene teil. Die Forscher zeigten ihnen Fotos von ihren Gesichtern. Die auf den ausgeschnittenen Fotos abgebildeten Personen hatten einen natürlichen Gesichtsausdruck und trugen weder Schmuck noch Make-up. Zuvor wurden sie gebeten anzugeben, wie oft sie erotische Abenteuer „nebenbei“ erlebt hatten.

Frauen und Männer konnten mit hoher Wahrscheinlichkeit erraten, welche der auf den Fotos abgebildeten Personen zum Fremdgehen neigen. Dies gelang jedoch nur bei den Fotos der Männer. Die Gesichter der Frauen erwiesen sich für die Studienteilnehmer als unberechenbar, was die Tendenz zur Untreue betrifft.

Was deutet für die Befragten darauf hin, dass eine Person manchmal untreu ist? Die Form des Gesichts. Je männlicher die auf dem Foto gezeigte Physiognomie erschien (d. h. eher eckig als oval), desto eher waren die Befragten der Ansicht, dass die abgebildete Person zur Untreue neigt. Und sie hatten Recht: Männer mit überdurchschnittlich maskulinen Merkmalen gaben zu, mehr sexuelle Kontakte außerhalb einer festen Beziehung zu haben.

Adaptiver Mechanismus

Den britischen Forschern zufolge könnte die beschriebene Fähigkeit einer der Anpassungsmechanismen sein, um das mögliche Risiko so genannter „Reproduktionskosten“ mit einem Partner abzuschätzen, der keine Veranlagung hat, in einer dauerhaften Beziehung zu bleiben.

Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass unser „Untreuedetektor“ alles andere als perfekt ist. Keiner der Teilnehmer erreichte eine perfekte Punktzahl. Genaue Vermutungen sind häufiger als ungenaue, aber niemand von uns kann die Treue anderer nur auf den ersten Blick beurteilen.

Außerdem waren die meisten Teilnehmer des Experiments unter 30 Jahre alt, was das Ergebnis verzerrt haben könnte. Wir wissen nicht, inwieweit wir in der Lage sind, die Neigung zur Untreue bei Vertretern verschiedener Altersgruppen zu erkennen.

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